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Dr.-Ing. Andrzej Raj, Direktor des Nationalparks Riesengebirge, Foto: SMG 

Dr. habil. Rafal Eysymont, Universität Breslau, Foto: Weise 

Prof. Dipl.-Ing. Olaf Kempe, Dresden, am Rednerpult, Foto: Weise 

Rückblick auf die Tagung
am 23./24. Januar 2020

Kompetenz, Leidenschaft und Sensibilität! Nicht nur Finanzkraft ist für die Rettung und moderne Nutzung von Baudenkmälern notwendig 

Deutsche und polnische Fachleute kamen im Schlesischen Museum zu Görlitz zu einer zweitägigen Tagung zusammen, um über Möglichkeiten und Herausforderungen einer modernen Nutzung von historischen Baudenkmälern zu informieren. Anlass war die Errichtung eines Bildungszentrums am neuen Sitz des Nationalparks Riesengebirge (Karkonoski Park Narodowy) im ehemaligen Schaffgotsch´schen Amtsschloss Hermsdorf/Sobieszów. Dank der Förderung durch Mittel des Kooperationsprogramms INTERREG Polen-Sachsen 2014-2020 konnten Baufachleute, Denkmalpfleger und Museumsleute zusammenkommen und ihre Erfahrungen vermitteln.   

Die Referate des ersten Tages veranschaulichten zahlreiche Beispiele von Bauprojekten. So führte Dr. habil. Rafał Eysymontt von der Universtität Breslau/Wrocław in verschiedene Städte Europas; Dr. Peter Schabe von der Deutsch-Polnischen Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz lenkte den Blick auf sanierte und kulturell genutzte Baudenkmäler in Deutschland und Polen. Weitere Beiträge fokussierten Schlesien und Görlitz: Insbesondere hier ist es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gelungen, Baudenkmäler zu retten, zu erforschen und eine Nutzung nach heutigen Standards zu ermöglichen. Eine Betrachtung dieser Sanierungs- und Umbauprojekte zeigt, dass es hoher Fachkompetenz und zugleich auch großer Leidenschaft bedurfte, um trotz schwieriger Bedingungen wertvolle Architektur zu erhalten und sogar der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Solche Erfolge sind oftmals vor allem herausragenden Persönlichkeiten zu verdanken, deren Engagement das scheinbar Unmögliche möglich gemacht hat. Die besten „Überlebenschancen“ hat heutzutage ein altes Baudenkmal dann, wenn es seine neue Bestimmung als kulturelle Einrichtung erhält. Dafür ist der Schönhof in Görlitz, der Sitz des Schlesischen Museums, ein eindrucksvolles Beispiel. Die Bau- und Architekturfachleute Dr. Andreas Bednarek, Frank Ernest Nitzsche, Prof. Dipl.-Ing. Olaf Kempe und Museumsdirektor Dr. Markus Bauer schilderten die bewegte Geschichte des Gebäudes, seiner Erforschung und Erhaltung.     

Am zweiten Tag stellten die Mitarbeiter des Nationalparks Riesengebirge, Justyna Wierzchucka und Daniel Pindelski, das Großprojekt in Hermsdorf/Sobieszów vor. Das frühere Amtsschloss der Familie Schaffgotsch soll bis 2023 zum Verwaltungssitz sowie Bildungs- und Dokumentationszentrum des Nationalparks Riesengebirge werden. Die Arbeiten haben 2018 begonnen, wobei zunächst bauliche Veränderungen der letzten Jahrzehnte zurückgesetzt werden mussten. Ziel ist es, sich dem baulichen Zustand von 1913 weitgehendst anzunähern. Auch ehemalige Wirtschaftsgebäude werden in den neu entstehenden Besucherkomplex einbezogen, so unter anderem ein früheres Stallgebäude (Mała Stajnia), in dem bald ein Kino- und Veranstaltungssaal Platz finden soll. Dieses Teilprojekt wird durch Mittel des Kooperationsprogramms INTERREG Polen-Sachsen 2014-2020 finanziert. Bei der Gestaltung der Außenflächen ist unter anderem ein Lehrpfad vorgesehen. Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Ausführungen zu dem Energiekonzept des zukünftigen Verwaltungs- und Besucherkomplexes, da zum großen Teil umweltfreundliche Photovoltaikanlagen die Energieversorgung gewährleisten werden.

Die Tagungsteilnehmer erlebten beeindruckende Fachleute, wurden mit herausfordernden Projekten bekannt gemacht und erfuhren sicher auch Ermutigung für die eigenen Vorhaben. Mit großem Interesse dürfte zukünftig der Baufortschritt in Hermsdorf/Sobieszów verfolgt werden. Das Hirschberger Tal wird um eine Sehenswürdigkeit reicher und das Riesengebirge mehr umweltbewusste, naturkundige Touristen empfangen.  

 Programm (deutsch)
 program (po polsku) 

Gefördert aus Mitteln des Kooperationsprogramms INTERREG Polen-Sachsen 2014-2020.